Der Ruf der Wildnis

Eine Reise durch den Kruger Nationalpark

English Version

8. Oktober 2025 bis 1. November 2025

Wir sind jetzt schon seit fast 18 Jahren hier und finden es immer noch sehr schön hier im Westen des Landes. Aber ab und zu können wir dem Ruf der Wildnis nicht widerstehen. Da es aber die echte Wildnis nicht bei uns in der Nähe gibt, müssen wir schon den 2000km langen Weg in den Kruger Nationalpark in Kauf nehmen, der ist immerhin 380km lang und 80km breit, da kann man also schon von Wildnis reden. Nun könnte man direkt dorthin fliegen, aber da wir teilweise Selbstversorger sind und Küchengeräte, Campingstühle etc. dabeihaben, nehmen wir das eigene Auto und fahren 4 Tage zum Park. Dabei übernachten wir meistens in Frühstückspensionen, sogenannten Bed&Breakfasts, die manchmal ganz bezaubernd sind. So wie das kleine Hobbit Boutique Hotel in Bloemfontein. Es ist das Geburtshaus von J. R. R. Tolkien, dem Autor vom „Herr der Ringe“ und den „Hobbits“. Es ist ein schönes altes Haus mit knarrenden Dielen, Möbeln aus der alten Zeit und jedes Zimmer ist nach einem Hobbit benannt.

Wir waren dann aber doch froh als wir endlich angekommen waren. Im Park wohnt man in einfachen Rundhütten, die Küche befindet sich draußen und man muss immer den Kühlschrank zur Wand drehen, damit die Affen ihn nicht ausrauben können.

Aber die Lage direkt am Fluss ist sehr schön und man kann direkt vom Küchenstuhl aus beobachten wie die Elefanten zum Trinken kommen.

Hier am Sabie-Fluss ist die Löwen-Population sehr hoch und ständig sieht man Löwen am Flussufer

Darunter auch immer wieder solche Prachtkerle

Hier in der Gegend ist das ein alltäglicher Anblick, aber dann haben wir doch eine seltene Sichtung. In einem Flussbett entdecken wir ein Leopardenpaar, was sehr ungewöhnlich ist, da Leoparden im Gegensatz zu Löwen solitär leben.

Sie kommen nur zur Paarung zusammen. So ist es auch hier. Das Männchen lockt das Weibchen weiter ins Flussbett hinein.

Wo sie sich auf einem Felsen wie auf einem Präsentierteller paaren.

Das hatten wir noch nie gesehen und ist wirklich ein seltener Anblick. Wie gesagt, gibt es hier sehr viele Löwen und die taten es den Leoparden gleich, aber den Anblick ersparen wir uns mal.

Aber auch unter Geschwistern geht es sehr harmonisch zu.

Es kommen auch viele Elefanten zum Fluss und sorgen immer wieder für einen Verkehrsstau, vor allem, wenn auch Junge dabei sind.

Die nächste Sichtung ist nichts für Zartbesaitete, aber so ist halt der Kreislauf der Natur. Ein Löwenrudel hat am Vorabend mitten auf der Straße einen Büffel gerissen. Die ganze Nacht haben sie sich die Bäuche vollgeschlagen, wobei es eine strenge Rangordnung gibt. Der Alphalöwe darf zuerst fressen, danach die Weibchen und ganz zum Schluss die Jüngeren.

Der Büffel ist fast aufgefuttert, aber die Jungen sind immer noch hungrig.

Wobei die ganz Kleinen sich mühsam einen Platz an der Futterkrippe erkämpfen müssen.

Am nächsten Tag kommen wir nochmal an der Stelle vorbei und das ist alles, was vom Büffel übriggeblieben ist.

Am dritten Tag war nichts mehr zu sehen, da hatten die Hyänen auch die Knochen gefressen. Solch ereignisreichen Tag beschließen wir mit einem Sundowner-Drink am Sunset-Lake direkt vor dem Camp und beobachten dabei noch ein wenig die Nilpferde.

Am nächsten Morgen entdecken wir zwei Geparde, was inzwischen leider auch ein seltener Anblick ist. Unglücklicherweise sind sie sehr weit weg.

Sie wirken sehr entspannt, so dass nicht zu erwarten ist, dass sie aktiv werden und näherkommen,

Und daher fahren wir weiter am Fluss entlang, denn frühmorgens kommen regelmäßig große Büffelherden zum Trinken.

Es gibt sehr viele Giraffen im Park, man sieht sie fast überall und auch sie kommen runter zum Fluss.

Die Temperatur steigt jetzt sehr schnell an, zeitweise wurde es 45 Grad. Dann verziehen sich die Tiere in den Busch, es gibt nicht mehr viel zu sehen, aber man freut sich dann auch an den kleinen Dingen wie diesem prächtigen Kudu.

Abends wird es wieder kühler und in der blauen Stunde kommen die Nilpferde aus dem Wasser um während der Nacht an Land zu grasen.

Am nächsten Morgen hören wir aus dem Busch ein Gejaule und Gefiepe. Wir schauen nach und entdecken ein Hyänenrudel, welches wild umeinander rennt und viel Lärm erzeugt.

Sie haben etwas gerissen, ich nehme an es war ein Warzenschwein und streiten sich jetzt um ihren Anteil.

Es wird hart um die Beute gekämpft.

Bis endlich jeder ein Stück ergattert hat und damit im Busch verschwindet.

Etwas später entdecken wir Geier die am Himmel kreisen, also muss irgendwo ein Riss sein. Bald sehen wir eine Gruppe von Geiern.

Sie laben sich an einem toten Nilpferd.

Das liegt hier wohl schon länger, denn es scheint innen schon hohl zu sein.

Ganz in der Nähe liegt ein vollgefressenes Löwenrudel.

Nun wird es auch für uns Zeit für ein zweites Frühstück. Das nehmen wir an unserem Lieblings-Picknickplatz zu uns. Es besteht aus den wunderbaren Frühstücksjaffeln, das ist ein Ei mit Speck zwischen zwei Toastbrotscheiben, die mit einer Art Waffeleisen im Feuer gebacken werden.

Am späten Vormittag steigt die Temperatur an und deshalb machen wir uns auf Heimweg, halten aber kurz auf einer Brücke, denn hier darf man sein Fahrzeug verlassen und freuen uns an der schönen Flusslandschaft.

Am Nachmittag kommen wir an einem kleinen See vorbei wo uns auffällt, dass die Paviane im Wasser nach etwas graben.

Sie suchen nach den abgestorbenen Stängeln der Seerosen, anscheinend eine Delikatesse.

Die Nilgänse lassen sich davon nicht stören, sie halten einen Plausch mit den Witwenenten.

Am nächsten Morgen treffen wir an einem Wasserloch auf ein Rudel Hyänen. Ständig gibt es Streit und es wird viel Lärm gemacht.

Manchmal sieht es so aus, als wenn einige gemoppt werden. Werden hier etwa Intrigen gesponnen?

 

Manch einer verwechselt das Wasserloch mit einer Badewanne, sehr zum Missfallen des Kollegen.

Die Jüngeren versuchen es ihm gleichzutun, werden aber sofort von den Älteren zur Ordnung gerufen.

Ein parkendes Auto erregt unsere Aufmerksamkeit. Da wir nichts Besonderes entdecken, fragen wir was es denn zu sehen gibt. „Ein ganzes Rudel Wildhunde“ war die Auskunft. Die Hunde sind so gut getarnt, dass man sie im Schatten kaum sieht.

Je länger wir schauen, desto mehr Hunde entdecken wir. Das ist ein erfreulicher Anblick, denn Wildhunde oder auch Hyänenhunde genannt sind vom Aussterben bedroht, weil sie sehr anfällig gegen Hundestaupe sind. Wir warten ein wenig, bis sie munter werden.

Sofort rennen alle durcheinander.

Bis sie plötzlich wie auf ein geheimes Zeichen im Gebüsch verschwinden.

Es wird wieder Zeit für ein zweites Frühstück, dieses Mal aber im Camp hoch über dem Olifants-Fluss mit toller Aussicht.

Im goldenen Morgenlicht des nächsten Tages treffen wir wieder auf eine riesige Büffelherde, die zum Trinken zum Fluss kommt.

Wenig später treffen wir auf zwei Giraffen und es sieht so aus, als würden sie sich im Synchrontanz üben.

Aber es ist kein Tanz, sondern ein Kampf. Mit ihrem langen Hals holen sie weit aus und schlagen mit den Hörnern mit voller Wucht dem Gegner auf den Hals.

Das muss äußerst schmerzhaft sein, denn der Schlag ist so gewaltig, dass der Gegner zurückschnellt und sogar mit den Vorderhufen abhebt.

Dann schauen wir uns doch lieber die friedliche Szene am Wasserloch an.

Die Elefanten gesellen sich auch dazu, wobei manche das frische Wasser direkt aus dem Reservoir bevorzugen.

Aus einem Gebüsch schauen uns die neugierigen Augen eines Hyänenbabys an.

Das gefällt der Mutter gar nicht und sie nimmt das Baby in ihre Obhut.

Und verzieht sich lieber in den Busch.

Widerwillig folgt das Kleine, aber nicht ohne noch einen Blick auf uns zu werden.

Erst jetzt entdecken wir, das auch noch zwei Halbwüchsige zur Familie gehören, die aber plötzlich aus dem Blickfeld verschwinden. Erst als Dagmar sich aus dem Fenster beugt, sieht sie, dass sie unseren Hinterreifen anknabbern. Hyänen sind dafür bekannt, dass sie mit ihrem kräftigen Kauwerkzeug gerne Reifen zerstören, also machen wir uns schleunigst aus dem Staub.

In der Nähe eines kleinen Sees entdecken wir einen Löwen unter einem Baum, der aufmerksam in eine Richtung schaut.

Denn eine große Elefantenherde nähert sich dem Wasser.

Beide nehmen aber keine Notiz voneinander. Es ist allerdings eine schöne Szene für die Safari-Touristen, die plötzlich aus den Nichts auftauchen.

Wir verlassen jetzt den Kruger Nationalpark und fahren in das private Schutzgebiet Sabi Sands, welches gleich ohne Zäune an den Nationalpark grenzt. Hier darf man nicht selber fahren, sondern macht geführte Touren. Auch die Unterkünfte sind recht luxuriös.

Die Pirschfahrten werden in offenen Fahrzeugen durchgeführt, die kreuz und quer durch den Busch fahren dürfen und sind immer mit einem Fahrer und einem Spurenleser besetzt. Das hat natürlich seinen Preis, aber wenn man bedenkt, wie aufwändig alles ist so ist es schon das Geld wert.

Die kennen sich hier sehr gut aus und finden immer interessante Tiere. Sabi Sands ist berühmt für seine Leoparden und so sehen wir auch bald einen auf einem Baum.

Am nächsten Morgen treffen wir aber erst auf ein Löwenrudel.

Sie haben ihren Nachwuchs dabei, um den sich gut gekümmert wird.

Das Kleine bekommt irgendwann Durst und sucht die Zitzen der Mutter.

Aber schnell sind sie gefunden und der Durst kann gestillt werden.

Das Schwesterchen hat aber auch Durst und es gibt ein wenig Gerangel um den besten Platz.

Aber schnell hat man sich geeinigt.

Wir kommen zu einer Giraffe, die zum Trinken an ein Wasserloch gekommen ist. Giraffen sind sehr vorsichtig und schreckhaft. Wenn sie trinken wollen, müssen sie sich breitbeinig hinstellen und tief nach unten beugen. Dadurch können sie nicht so leicht fliehen, darum halten sie die Trinkpausen so kurz wie möglich. Sie nehmen einen tiefen Schluck und schnellen sofort mit dem Kopf wieder hoch. Da aber der lange Hals noch voll Wasser ist, wird durch die Zentrifugalkraft das Wasser herausgeschleudert.

Im Nationalpark haben wir kein einziges Nashorn gesehen. Sie sind durch die Wilderei stark gefährdet und weil die meisten Wilderer aus Mozambique kommen, hat man Nashörner vom Grenzgebiet entfernt. Umso mehr freuen wir uns, dass wir hier auf ein Nashorn stoßen. Leider hat man ihm auch das Horn abgeschnitten, es ist ein trauriger Anblick, aber eine Maßnahme die leider nötig ist, um das Tier zu schützen.

Und dann treffen wir wieder auf einen Leoparden.

Er tut uns den Gefallen und tritt aus dem Gebüsch.

Und markiert sein Revier.

Er kümmert sich überhaupt nicht um unsere Anwesenheit, aber manchmal sieht es so aus, als wollte er uns auch nicht sehen.

Etwas später treffen wir auf eine Leopardin mit ihrem Kind. Die Mutter hat eine Impala gerissen, normalerweise wird das auf einen Baum geschleppt und verankert, aber da das Kleine noch nicht auf den Baum klettern kann, liegt die Impala in einer Mulde unter ihnen.

Jetzt ruht die Mutter sich aus, während der kleine Leopard neugierig den Trubel um ihn beobachtet.

Irgendwann geht auch die schönste Reise zu ende, aber wir haben unseren Hunger nach der Wildnis wieder stillen können. Dieser schöne Fleck Erde sieht uns sicher wieder, obwohl die lange Fahrt schon ätzend und langweilig ist, aber was tut man nicht alles…

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