Geburtstag im Busch
5. April bis 9. April 2026
Zum
Geburtstag darf man sich ja was wünschen, da traf es sich gut, dass Dagmars Geburtstag
sich näherte und sie einen Wunsch hatte. Sie wollte ihren Geburtstag stilvoll
im Busch verbringen und das geht nirgends besser als in einer privaten
Safari-Lodge. Da es uns vor 3 Jahren in der Rhulani Safari-Lodge im Madikwe
Game Reserve im Rahmen einer großen Rundreise durchs Land so gut gefallen hat
wollten wir dort wieder hin (Ein Bericht darüber gibt es hier).
Der Aufenthalt sollte diesmal aber nur ein paar Tage sein und da wir mit dem
Auto 3 Tage pro Strecke bräuchten sind wir zuerst nach Johannesburg und dann
mit einem Buschflieger in das Reservat geflogen. Man hat sich auch an uns
erinnert und der Empfang war sehr herzlich. Es war als wenn wir nach Hause
kämen.

Diesmal
wohnten wir in einer großzügigen Hütte etwas abseits mitten im Busch.

Irgendwas
war aber anders und das war die Jahreszeit. Beim letzten Mal waren wir in der
Trockenzeit da und es herrschte Wasserknappheit, die meisten Wasserlöcher waren
ausgetrocknet, die Bäume hatten ihre Blätter verloren und das Gras war kurz und
Gelb. Aber jetzt war noch die Regenzeit und überall war Wasser, die Stauseen
waren gut gefüllt, die Bäume trugen ein dichtes Blätterkleid und das Gras war
lang und Grün. Das sah sehr schön aus, aber haben wir unter diesen Umständen
überhaupt die Möglichkeit, Tiere zu sehen? Sie können sich in dieser üppigen
Vegetation ja gut verstecken. Daher braucht man einen hervorragenden Ranger,
den wir in Form unseres Fahrers Ralf auch hatten. Er war sehr ehrgeizig und für
ihn gab es kein Unmöglich und kein Aufwand war zu groß um sein Ziel, uns
bestimmte Tiere zu zeigen, zu erreichen. So hatte er bald eine Gruppe von fünf
Geparden gefunden, die zum Glück tagaktiv sind.

Diese
fünf Geparden sind Brüder. Ihre Mutter wurde bei der Jagd getötet und die
Brüder waren auf sich selbst gestellt. Sie mussten erst lernen, selbst zu jagen
und auch Gefahren zu erkennen. Aber sie hatten schon gute Fortschritte gemacht
und sahen auch sehr gesund aus.

Es
ist immer ein schöner Anblick diese vom Aussterben bedrohten Tiere zu sehen,
denn es gibt weltweit nur noch 4000 bis 5000 dieser Spezies.

Nun
hatten wir uns einen Sundowner verdient und es wurde auch Zeit, Dagmars
Geburtstag zu zelebrieren. Das geht am besten mit einem traditionellen Brandy
und Coke.

Aber
das war natürlich nicht alles. Nach dem Abendessen kamen alle Angestellten
Happy Birthday singend herein und überreichten eine Geburtstagstorte. Das war
in dieser Atmosphäre sehr emotional, leider hatten wir beide unsere Handys
vergessen, so dass es davon keine Bilder gibt, aber es bleibt ja in unseren
Herzen.
Das
Abendessen gibt es übrigens jeden Abend in einer anderen Lokation. Mal ist es
im Boma, auf der Veranda oder wie hier im Garten mit Blick auf das beleuchtete
Wasserloch.
Das
Wasserloch ist auch eine Besonderheit, denn man kann direkt davor von einem
Bunker die Tiere aus einer ungewöhnlichen Perspektive beobachten.

Am
nächsten Morgen wollte Ralf uns Löwen zeigen. Löwen schlafen ja meistens
versteckt im hohen Gras und sind nur aktiv, solange es kühl ist. Aber an diesem
Morgen präsentierten sie sich auf einer kleinen Staumauer im schönsten
Morgenlicht.

Das
ganze Rudel wirkte sehr entspannt.

Doch
dann entschlossen sie sich zu einem kleinen Spaziergang.

Im
hohen Gras waren sie fast verschwunden.

Zwischendurch
gab es was zu trinken.

Auf einer
Safari möchte ja jeder die besonderen Tiere sehen wie zum Beispiel einen
Leoparden. Jeder der Gäste hatte danach gefragt und Ralf war schon etwas
genervt. Er hatte aber ein anderes Ziel und meinte, es wäre besser als ein
Leopard. Was kann denn besser als ein Leopard sein? Aber dann waren sie
plötzlich da, die Spitzmaul-Nashörner.

Spitzmaul-Nashörner
oder Black Rhinos sind sehr selten. Wir haben in über 20 Jahren
Safari-Erfahrung erst einmal eines von weitem gesehen. Ja, das war in der Tat
besser als ein Leopard. Sie sind normalerweise immer im Busch versteckt, denn
sie fressen die Blätter von Büschen und Bäumen. Das sieht man auch an der Form
des Mauls.

Sie
sind sehr aggressiv und greifen sofort an, wenn sie gestört werden. Außerdem
sind sie etwas kleiner als ein Breitmaulnashorn. Hier als Vergleich ein
Breitmaulnashorn oder White Rhino welches mit seinem breiten Maul nur Gras
frisst.

Von
dieser Sorte gibt es sehr viele im Park, man begegnet ihnen praktisch überall.

Es
fällt auf, dass sie alle noch ihr Horn tragen. Da die Nashörner wegen des Horns
gewildert werden, hatte man ihnen überall im Land das Horn abgeschnitten. Madikwe ist der einzige Park in Südafrika wo die Nashörner
noch ihr Horn tragen. Dafür sind aber auch die Sicherheitsmaßnahmen sehr
aufwändig und teuer. Aber es lohnt sich, denn diese massigen Tiere sind immer
ein toller Anblick, selbst wenn es von hinten ist.

Wir
erfahren, dass die Geparde wieder munter sind. Ralf hat sie schnell gefunden,
obwohl sie im hohen Gras kaum zu sehen sind.

Da
muss man schon etwas genauer hinschauen.

Von
einem Termitenhügel kann man sich gut einen Überblick verschaffen.


Die
Landschaft ist sehr vielfältig. Es gibt dicht bewachsende Flächen, bergiges
Gelände, aber auch weite Savannen, was an die Serengeti erinnert.

Da
trifft man dann sogar auf einen Springbock.

Wo
so viele Savannentiere sind, sind die Löwen nicht weit. Tatsächlich lungern
welche im hohen Gras.

Es
ist ein ganzes Rudel und es sind viele Jungtiere dabei.

Sie
schauen neugierig aus ihrem Versteck.

Obwohl
sie meistens müde sind.

Das
Männchen beäugt uns kritisch.

Langsam
geht die Sonne unter und alle werden munter.



Das
war ein schöner Tag, aber jetzt müssen wir uns auf den Heimweg machen, denn bis
zur Lodge ist es ein weiter Weg.
Am nächsten
Morgen kündigt Ralf an, dass er uns heute einen Leoparden zeigt. Ich denke
noch: „Träum weiter“, während Ralf verzweifelt Spuren sucht, allerdings keine
findet und unter Flüchen kreuz und quer durchs Gelände brettert. Tatsächlich
findet er eine Schleifspur, welcher er folgt und wir finden in einer Vertiefung
eine tote Impala, welches der Leopard hier gesichert hat. Vom Leoparden
allerdings keine Spur. Er muss uns aber beobachtet haben, denn während wir uns
noch etwas umsehen, kommt der Leopard und schleppt seine Beute zu einem
sicheren Platz. Dabei kann man ihn einen kurzen Moment durch das dichte
Unterholz erblicken. Das hätte ich nicht gedacht, Hartnäckigkeit und Geduld
zahlen sich doch aus.

Uns
erreicht ein Funkspruch, dass die Geparde auf der Jagd sind. Wir machen uns auf
den Weg und bald kommen uns auch zwei entgegen.

Auch
diesmal verschaffen sie sich auf einem Termitenhügel einen Überblick.


Aber
schon werden sie wieder müde.

Und
rasten lieber im Schatten des Safari-Fahrzeugs.

Sie
waren wohl nicht sehr hungrig, denn sie hatten in der Nacht schon einen Riss
und sind jetzt ganz entspannt.

Am
Abend entdecken wir wieder ein paar Löwen.

Die
ganz Jungen sind im Gras versteckt.


So,
fehlt noch was? Vielleicht eine seltene Antilope? OK, hier ist noch ein Oryx
oder Gemsbock, ein sehr schönes Tier, welches man sonst nur in Namibia findet.

Es waren
ein paar wunderschöne Tage und es war bedingt durch die unterschiedliche
Jahreszeit völlig anders als bei unserem ersten Besuch. Im Busch wird es eben
nie langweilig. Außerdem hat sich mal wieder die Erkenntnis bewahrheitet, dass
man nur Geschenke machen sollte, von denen man selber auch was hat und das war
hier eindeutig der Fall.